
Wie Sie bestimmt schnell bemerkt haben, ist meine neue Coachingpraxis noch in den Anfängen. Die Social-Media-Wie Sie sicher schnell bemerkt haben, befindet sich meine neue Coachingpraxis noch in den Anfängen. Die Social-Media-Auftritte sind klein, die Homepage noch ganz frisch, und dies ist gerade einmal der zweite Blogbeitrag. Ich könnte das jetzt natürlich überspielen, aber ich möchte authentisch und transparent für Sie bleiben.
Daher liegt mir das Thema „Anfänge“ besonders am Herzen. Obwohl ich bereits jahrzehntelange Erfahrung in der Beratung und Erwachsenenbildung habe, finde ich es wundervoll, mit etwas Neuem zu beginnen.
Denn: Im Anfang liegt eine besondere Kraft.
In den letzten Tagen habe ich mich – angeregt durch eine Bekannte, die diesen Begriff irgendwann in die Diskussion eingebracht hat – näher mit dem Begriff „Anfängergeist“ auseinandergesetzt, der aus dem Zen kommt. Ganz allgemein gesagt ist es eine Geisteshaltung, die durch Offenheit und Vorurteilsfreiheit geprägt ist. Nur ein leeres Gefäß kann neuen Inhalt aufnehmen – nur eine durch Vorerfahrungen noch ungeprägte Wahrnehmung ermöglicht klare Sichtweisen.
Im Sinne einer Achtsamkeitsübung kann man sich darauf einlassen, auch scheinbar bekannte Situationen zu erleben, als wäre es das erste Mal. So gewinnt man eine frische Sichtweise. Können Sie sich vorstellen, das einmal auszuprobieren? Menschen, Orten und Situationen ganz erwartungsfrei zu begegnen?
Das ist der innere Neuanfang. Genauso liegt mir aber auch der äußere Neuanfang am Herzen. Ich finde das Phänomen der subjektiven Zeitwahrnehmung unglaublich spannend. Wie kann es sein, dass einem z.B. nach einem Stellenwechsel die jahrelange Zeit, die man in der vorherigen Arbeitsstelle verbracht hat, kürzer erscheint als die wenigen Monate im neuen Job?
Und ich glaube, es ist eine allgemeine menschliche Erfahrung, dass die Ferien der Kindheit sich endlos angefühlt haben, während nun ein Jahr nach dem anderen an einem vorbeizieht, scheinbar ohne Spuren zu hinterlassen.
Dazu gibt es wissenschaftliche Untersuchungen. Die subjektive Zeitwahrnehmung von Ereignissen und Epochen in der Vergangenheit hängt damit zusammen, wie gut die Erinnerung an diese Zeit ist. Die Erinnerung wiederum hängt stark von der Aufmerksamkeit ab, die wir dem Erlebten geschenkt haben.
Das gilt übrigens auch für unsere Tagesbeschäftigungen: Beim Warten beim Zahnarzt ist man viel mehr mit sich selbst beschäftigt, die Aufmerksamkeit ist ganz auf den Moment gerichtet, wenn auch auf unangenehme Weise – die Zeit scheint endlos. Die gleiche Zeit mit Scrollen am Handy verbracht… hier ist die Aufmerksamkeit von sich selbst abgelenkt, die Selbstwahrnehmung schwächer. Auch Aufregung scheint ein Faktor zu sein, der die Zeit subjektiv verlängert.
Ganz neue Dinge zu tun, eine starke Selbstwahrnehmung zu haben und gute Erinnerungen zu schaffen, verlängern also unsere subjektive Zeit. Gleichzeitig fördern sie die Neuroplastizität – die Fähigkeit unseres Gehirns, neue Nervenverbindungen zu knüpfen und flexibel zu bleiben.
Was würden Sie tun, wenn Sie keine Lust darauf haben, dass die Zeit einfach an Ihnen vorbeirauscht?
Hier ein paar Vorschläge:
- Anfängergeist: Trainieren Sie sich darin, gewohnte Situationen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten – als wäre es das erste Mal.
- Überraschen Sie sich selbst: Tun Sie Dinge, die Sie noch nie gemacht haben.
- Neue Wege: Entdecken Sie einen Stadtteil, einen Ort oder einen Naturraum in der Nähe, an dem Sie noch nie waren.
- Neuer Blickwinkel: Spielen Sie für einen Tag Tourist*in in Ihrer eigenen Stadt.
- Machen Sie Dinge anders: Versuchen Sie, einen Tag lang möglichst viele Dinge mit Ihrer nicht-dominanten Hand zu erledigen. Nehmen Sie ein anderes Verkehrsmittel als sonst oder gehen Sie einen völlig neuen Weg zur Arbeit.
- Sozialer Neuanfang: Versuchen Sie, eine neue Person kennenzulernen und mehr über sie herauszufinden (natürlich mit Fingerspitzengefühl). Am besten jemand, der Ihnen in Herkunft und Alter möglichst unähnlich ist.
- Volontieren Sie für einen Tag in einem anderen Betriebsbereich oder in einem Ehrenamt.
- Stärkung der Erinnerung: Halten Sie Ihre Erinnerungen frisch, indem Sie Tagebuch führen oder Ihr Leben fotografisch dokumentieren.
Ich wünsche Ihnen eine schöne, interessante und erfüllte Zeit!
Haben Sie neue Ideen, planen Sie einen Neuanfang? Wenn Sie im Großraum München zuhause sind, kann Lichterloh Coaching Sie dabei unterstützen:
