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Über Reflexion

Wie prägt uns die Umwelt in unserem Selbstbild? In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Reflexion und wertschätzende Gespräche zu mehr Klarheit und einem positiven Selbstverständnis führen.

Das Thema dieses Blogbeitrags kam mir durch eine liebe Person, die ich heute fragte, worüber ich schreiben sollte. Ihre Idee hat mich inspiriert und passt perfekt zur Essenz von Beratung und Coaching.

Schon erlebt? Ein verwirrender Arbeitstag. Sie sind sich selbst nicht ganz sicher, ob Sie richtig reagiert haben oder was Sie von dieser speziellen Situation halten sollen. Das Meeting ist ganz anders verlaufen, als Sie es erwartet haben. Sie waren sich sicher, dass Ihr Konzept das richtige war – doch Ihre Kolleg*innen waren ganz anderer Meinung. Im Hintergrund läuft automatisch der Abgleich mit anderen: Das Feedback fällt negativ aus. Im Abgleich, in dem Sie sich in anderen gespiegelt fühlen, entsteht ein nicht sehr positives Bild Ihrer Idee – und auch Ihrer Kompetenz. Zunächst ist das die einzige Möglichkeit, sich selbst im Außen wahrzunehmen.

Doch dann gibt es eine ehemalige Studienkollegin, und wenige Tage später reflektieren Sie das Ganze bei einer Tasse Kaffee… und plötzlich ergibt sich ein ganz anderes Bild. Vielleicht war es nicht Ihr Plan, der das Problem war, sondern die Schwerfälligkeit der Organisation. So relativiert sich alles, und eine gewisse Gelassenheit entsteht – auch wenn die Unzufriedenheit vielleicht bleibt.

Warum ist Reflexion für uns so wichtig, und warum ist es entscheidend zu erkennen, wie unsere Selbstwahrnehmung sich durch verschiedene Umwelteinflüsse verändern kann?

Unsere Selbstwahrnehmung basiert grundsätzlich auf der Spiegelung durch die Umwelt. Ein sehr bekannter Test zur Selbstwahrnehmung eines Lebewesens ist der Spiegeltest. Wird ein Fleck oder eine Markierung auf das Lebewesen aufgebracht und versucht dieses dann, nach dem Blick in den Spiegel den Fleck bei sich selbst zu entfernen, so wird angenommen, dass es ein Konzept von sich selbst als Individuum hat (oder zumindest erkennt, dass es sich um den eigenen Körper handelt und kein fremdes Wesen vor ihm steht). Kleinkinder ab etwa 18 Monaten und verschiedene Tierarten sind dazu in der Lage.

Ein Konzept von sich selbst ist ohne „Feedback“ aus der Umwelt kaum denkbar. Ein einfaches Beispiel dafür ist unsere Körperwahrnehmung – wir erkennen unsere körperlichen Grenzen und räumlichen Möglichkeiten durch die Interaktion mit unserer Umwelt. Im komplexeren Sinne handelt es sich um ein soziales, emotionales und seelisches Feedback, das uns befähigt, uns selbst zu verstehen.

Menschen sind evolutionär darauf ausgelegt, in einem komplexen Wechselspiel aufeinander einzugehen, Handlungen und Stimmungen des Gegenübers zu erkennen und nachzuvollziehen und so zu verstehen, wie andere Menschen zu einem stehen. Das Konzept der „Spiegelneuronen“ und die verwandten Theorien sind zu interessant, um sie nur in ein oder zwei Sätzen nebenher zu erwähnen. Ich möchte dazu bei Gelegenheit einen eigenen Blogbeitrag schreiben.

Wichtig dabei vor allem: Wir reagieren unbewusst auf unsere Umwelt, was wiederum unser Selbstbewusstsein und das Bild unserer eigenen Kompetenzen beeinflusst. Andere Menschen sind unsere Spiegel.

Aber:

  • diese Spiegel sind nicht immer ganz klar,
  • oft sind sie eingefärbt,
  • nicht selten verzerrt, sodass die Größenverhältnisse falsch abgebildet werden oder ein übermäßig schlechter Eindruck entsteht,
  • und oft werden wir nicht als Ganzes von diesen Spiegeln erfasst.

Wenn die gesehenen Bilder stark voneinander und von unserem inneren Bild abweichen, sollte besondere Aufmerksamkeit geboten sein.

Wie ist Ihr eigener „innerer Spiegel“? Denn auch den gibt es. Wie erarbeiten Sie sich ein gutes, realistisches Selbstbild?

Schreiben Sie Tagebuch. Besonders hilfreich kann ein „Glückstagebuch“ sein, falls Sie das Gefühl haben, übermäßig negative Gedanken und Einstellungen zu haben. Das Aufschreiben sortiert Ihre Gedanken, Sie können Ihre Eindrücke loslassen und mit sich selbst Zwiesprache halten.

Suchen Sie sich wohlgesonnene Gesprächspartner*innen ohne „geheime Agenda“. Umgeben Sie sich mit Menschen, die eine gesunde Balance aus Wertschätzung und Ehrlichkeit Ihnen gegenüber an den Tag legen.

Nehmen Sie sich auch Zeit für sich, um zu erkennen, was Sie selbst für wichtig halten. Kleine oder größere „soziale Pausen“ sorgen dafür, dass Sie einen Schritt zurücktreten und sich selbst wichtiger nehmen können. Stellen Sie sich selbst die richtigen Fragen – seien Sie sich selbst die beste Freund*in.


Wenn Sie im Raum München wohnen, bietet Ihnen Lichterloh die Möglichkeit für Naturraum-Coaching. Hier können Sie Ihr Selbstbild positiv verändern und an neuen Konzepten in einer empathischen, wertschätzenden Umgebung arbeiten. Mehr Informationen finden Sie hier: