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Dauerstress im System? Was wirklich hinter dem Begriff „Nervensystem“ steckt

Was bedeutet es eigentlich, wenn vom „überlasteten Nervensystem“ die Rede ist? In diesem Artikel erfahren Sie, wie das vegetative Nervensystem funktioniert, welche Rolle es bei Stress spielt, und wie Sie es positiv beeinflussen können.

Zarte violette Küchenschellen und Farnwedel - empfindsam wie unser vegetatives Nervensystem

Wer sich durch die sozialen Medien scrollt, insbesondere in der Bubble rund um Therapie- und Lebenshilfethemen, stößt häufig auf den Begriff „Nervensystem“. Das Nervensystem ist „überlastet“, es „entscheidet“ – und nicht der Verstand – oder es sei „dauerhaft im Stress“. Und jetzt springt auch Lichterloh auf den fahrenden Zug auf?

Kaum jemand macht sich die Mühe zu erklären, was genau eigentlich mit „Nervensystem“ gemeint ist. Dabei ist das Thema hochinteressant und verdient einen genaueren Blick. Warum? Weil Sie sich selbst und Ihre Reaktionen besser verstehen können, wenn Sie wissen, was in Ihnen abläuft. Vielleicht hilft es Ihnen auch, etwas liebevoller auf sich selbst zu schauen.

In der Biologie, Neurologie und Psychologie meint der Begriff Nervensystem das gesamte Netzwerk aller Nervenzellen in einem Lebewesen. Es gliedert sich in drei große Bereiche:

  • zentrales Nervensystem (ZNS), also Gehirn und Rückenmark
  • peripheres Nervensystem, das Informationen zwischen Organen, Muskeln, Sinneszellen und ZNS weiterleitet
  • vegetatives (autonomes) Nervensystem, das eigenständig ablaufende Körperfunktionen wie Stoffwechsel, Herzschlag, Verdauung und Atmung steuert

Wenn in Social-Media-Beiträgen vom „überlasteten Nervensystem“ die Rede ist, ist vermutlich das vegetative Nervensystem gemeint. Das bleibt in den meisten Posts aber unklar. Und Aussagen wie „nicht der Verstand, sondern das Nervensystem entscheidet“ wirken dadurch etwas schräg.

Auch die Vorstellung, das vegetative Nervensystem sei „gestresst“, ist ungenau. Vielmehr reagiert der gesamte Organismus auf belastende Einflüsse. Das vegetative Nervensystem versucht dann, bestmöglich zu regulieren – etwa durch erhöhten Herzschlag oder Ausschüttung von Adrenalin. Vielleicht hilft das Bild einer eigenständig handelnden Instanz. Tatsächlich aber ist es ein Teil von uns, autonom arbeitend, aber durchaus beeinflussbar. Wie genau, dazu weiter unten mehr.

Das vegetative Nervensystem gliedert sich ebenfalls in drei Bereiche:

  1. Sympathisches Nervensystem
    Es aktiviert den Körper: Herzschlag steigt, Schwitzen beginnt, die Bronchien weiten sich, Verdauung wird gehemmt: alles Reaktionen auf akuten Stress. Ursprünglich für Flucht- oder Kampfsituationen gedacht, wird diese Reaktion heute oft durch Situationen ausgelöst, die sich körperlich nicht ausagieren lassen. Das kann zu einem Stau der Stressenergie führen.
  2. Parasympathisches Nervensystem
    Es sorgt für Erholung. Der Herzschlag verlangsamt sich, Verdauung und Stoffwechsel laufen auf Hochtouren, der Schlaf wird gefördert, das Immunsystem arbeitet. Dieser Teil wird aktiv, wenn wir uns sicher und geborgen fühlen. Ohne ihn fehlt die notwendige Regeneration, körperlich wie seelisch.
  3. Enterisches Nervensystem
    Dieses „Bauchgehirn“ durchzieht den gesamten Magen-Darm-Trakt. Es steuert nicht nur die Verdauung, sondern spielt auch eine Rolle im Immunsystem und möglicherweise bei Emotionen, Angst, Freude und Intuition. Der Spruch „aus dem Bauch heraus entscheiden“ ist vielleicht gar nicht so metaphorisch, wie man denkt.

Sympathikus und Parasympathikus wirken gegensätzlich, arbeiten aber eng zusammen. Beide Pole, Anspannung und Erholung, sind wichtig. Anspannung kann herausfordernd und motivierend sein, etwa wenn ein lohnendes Ziel in Aussicht ist. Bleibt der Körper jedoch dauerhaft im Aktivierungsmodus, ohne Erholung, leidet das Immunsystem und andere wichtige Funktionen werden unterdrückt. Chronischer Stress kann ernste gesundheitliche Folgen haben: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Burnout, Depressionen, Schlafstörungen oder Erschöpfung.

Wie lässt sich das vegetative Nervensystem positiv beeinflussen?

  • Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training oder Atemübungen wirken direkt auf unbewusste Körperfunktionen und fördern Ausgleich
  • Ausdauersport hilft, Stresshormone wieder abzubauen
  • Positive soziale Kontakte geben Sicherheit und aktivieren das parasympathische System
  • Naturerlebnisse reduzieren nachweislich Stress

Wichtig ist dabei nicht nur, sich Erholungspausen zu gönnen, sondern auch langfristige Veränderungen im Alltag und Umfeld anzustreben, wenn Stress chronisch geworden ist.

Was das mit Coaching zu tun hat?

Das Konzept von Lichterloh bindet genau diese Elemente in den Coachingprozess ein: achtsame Pausen, Bewegung, ein wertschätzendes Miteinander und der beruhigende Effekt der Natur.

Mein Selbstverständnis als Coach: Sie stehen im Mittelpunkt. Ich begleite Sie dabei, die passende Lösung für Ihr Anliegen zu finden – ob Sie Entspannungsrituale in den Alltag einbauen oder grundsätzliche Veränderungen in Ihrem Umfeld anstoßen möchten.

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